Salzburg integriert
Flüchtlinge




Hier können Sie den
kostenlosen Newsletter von 'FluEqual - Salzburg integriert Flüchtlinge' abonnieren.


Hier können Sie den
aktuellen Newsletter downloaden.


Schriftgröße:  A A A

Sie befinden sich hier: Startseite > Internationale Zusammenarbeit




Transnationale Partnerschaft integrated ways

FluEqual arbeitete gemeinsam mit Entwicklungspartnerschaften aus Italien und Polen daran, die Wartezeit von Flüchtlingen während des Asylverfahrens besser zu nutzen und Integration und Empowerment zu verbessern.

 

Diese internationale Zusammenarbeit umfasst die Projekte

 

Ergebnisse und Produkte dieser Zusammenarbeit:

 

Steuerungsgruppe
Die Steuerungsgruppe diente dem Aufbau der gemeinsamen Kooperation sowie der Planung und Steuerung der gemeinsamen Aktivitäten in integrated ways. Folgende Steuerungsgruppentreffen fanden statt:

27.-28. März 2006 in Krakau/PL
17.-18. Okt. 2006 in Salzburg/AUT
22. Jän. 2007 in Krakau/PL
7. Juni 2007 in Citta della Pieve/IT

Vertreterin und Ansprechpartnerin von FluEqual für die transnationale Zusammenarbeit war wie im TCA vereinbart Mag. Andrea Stadlmair. FluEqual hat an allen Steuerungsgruppentreffen mit 1-2 Personen teilgenommen.

 

Transnationales Integration Manual

mit Beiträgen zur nationalen Situation und zu Maßnahmen der Flüchtlingsintegration in Polen, Italien und Österreich.

 

Studie zur rechtlichen Situation von AsylwerberInnen in Polen und Österreich

Die Studie bietet eine interessanten Vergleich über den Ablauf des Asylverfahrens, die damit befassten Behörden, Schubhaft und Abschiebung als auch den Zugang zum Arbeitsmarkt in Polen und Österreich. 

 

 Internet portal

Zur Verbreitung der nationalen und transnationalen Produkte EU-weit, wurde die Einrichtung eines mehrsprachigen Internetportals geplant: http://www.coopera.eu/integrated_ways3.htm.

 

Exchange of trainers
Um direkten Einblick in die Durchführung von Integrationsmaßnahmen zu gewinnen, wurde ein TrainerInnenaustauschprogramm organisiert.

 

Exchange of project’s staff

Für planende, verwaltende und organisierende MitarbeiterInnen in den EPs wurde dieses Austauschprogramm eingesetzt, um einen reichen Fundus an Möglichkeiten für Qualifizierungs- und Berufsvorbereitungsmaßnahmen für Asylsuchende in den EPs zu generieren.

 

Gender mainstreaming

Da Gender Mainstreaming ein wichtiges Prinzip aller EPs darstellte, wurde ein Austausch über die unterschiedlichen Aktivitäten und Erfahrungen der einzelnen EPs dazu angestrebt.

 

Kongress in Österreich

 

Die transnationale Zusammenarbeit:

Integrated ways bot für FluEqual sehr interessante Einblicke in die Situation der Aufnahmeländer Polen und Italien sowie die unter den jeweiligen staatlich Rahmenbedingungen und Migrationsstrukturen konzipierten und durchgeführten Maßnahmen zur Integration von AsylwerberInnen in den Arbeitsmarkt. Dadurch konnten der eigene Blickwinkel erweitert, Ideen und Know How gesammelt, aufgegriffen und überprüft werden und die sonst auf österreichische Herangehensweisen eingeschränkte Perspektive verändert werden.

 

Von besonderem Interesse für FluEqual war der Austausch mit einem neuen EU-Mitgliedsstaat (Polen) und einem Staat mit bereits langer Tradition als Aufnahmeland (Italien). Im polnischen Projekt EDI waren die Aufgabenstellungen demgemäß auf die Erstellung von Informationsmaterialen für AsylwerberInnen und die rechtliche Beratung konzentriert. Am italienischen Projekt Coopera konnte FluEqual lernen, wie durch die Möglichkeit der Erwerbstätigkeit die Integration einerseits drastisch erleichtert wird, andererseits aber die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen wie Berufsvorbereitung und Spracherwerb auch erschwert. Im Gegensatz zu Österreich werden sowohl in Italien als auch in Polen die Asylverfahren in wesentlich kürzerer Zeit abgewickelt und sind meist in einem Jahr abgeschlossen. Auch war es interessant zu erkennen, dass weder in Italien noch in Polen die gesellschaftspolitische Abwertung und Kriminalisierung der AsylwerberInnen in der öffentlichen Meinung so wie in Österreich vorhanden ist und wie sehr dies die Implementation von Integrationsmaßnahmen unterstützt.

 

Die wichtigsten best practice-Modelle der PartnerInnenländer, die vorgestellt, diskutiert und auf die Transfermöglichkeiten überprüft wurden:

  • Spracherwerb war ein Bereich, in dem alle drei Partnerinnen Maßnahmen durchführten. Diese wurden im Detail verglichen und zeigten aufgrund der unterschiedlichen sozialen Bedingungen als auch der Herkunftsländer sehr große Unterschiede. Das in Polen gewählte Setting mit thematischen Kurzkursen für einzelne Abende kann eine Anregung für österreichische MigrantInnenkurse darstellen, um die Sprachkenntnisse bei Personen, die bereits mehrere Jahre in Österreich leben, zu verbessern. Das italienische Modell von 60-Einheiten-Kursen mit unterschiedlichen Einstiegsmöglichkeiten und Spracherhebungstests bestach durch den strukturierten Aufbau, ist jedoch für Salzburger Verhältnisse nicht anwendbar, da hier die Zielgruppen in den einzelnen Regionen zu klein sind und die örtliche Erreichbarkeit als auch die Kostenreduktion prioritär gesehen werden. Insgesamt konnte durch die Vielfalt der Modelle unser Ideenpotenzial für die Entwicklung von Designs für künftige Spracherwerbsmaßnahmen bereichert werden.

 

  • Das polnische Modell der umfassenden Rechtsberatung in den Reception Centers wurde von FluEqual sehr genau betrachtet, da es als qualitativ sehr hochwertiges als auch kostengünstiges Modell erschien. Obwohl FluEqual keinerlei Maßnahmen im Bereich der Rechtsberatung setzte, wurde dieses polnische Modell bei der Tagung vorgestellt und mit RechtsberaterInnen aus Salzburg und einer Vertreterin der Universität Salzburg diskutiert. Aus deren Sichtweise erschien ein ähnlich geartete Anwendung dieses Modells in Salzburg nicht möglich, da einerseits die Anrechnung innerhalb des Studienprogramms, die Verwertbarkeit für die StudentInnen als auch der Bedarf nicht in gleicher Weise gegeben sind. Für die direkte Anwendung bei Beratungsleistungen in FluEqual-Maßnahmen konnten wesentliche Anregungen gewonnen werden, wie zB der Einsatz von Ehrenamtlichen bei hoher Qualität durch entsprechende Ausbildung und Einschulung; Studierende als Potenzial für Ehrenamtlichentätigkeit, die inhaltliche Breite der angebotenen Beratung, die Sprachkompetenz und aufsuchende Tätigkeit der BeraterInnen.

 

  • Das im italienischen Projekt Coopera praktizierte Modell der Berufsvorbereitung ist sehr gut strukturiert und stufenweise aufgebaut. Insbesondere die Details wie das Screening der Fähigkeiten oder der Aufbau der praktischen Ausbildung in den Betrieben waren für FluEqual von hohem Interesse. Für FluEqual stellte dieses Modell eine sehr gute Vorbereitung für zukünftige berufliche Integrationsmaßnahmen dar, wenn in Österreich der Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen (hoffentlich) geschaffen ist.

 

  • Umgekehrt zeigten die PartnerInnenprojekte in Italien und Polen Interesse für die von FluEqual vorstellten Modelle zur partizipativen IT-Arbeit, zur gemeinnützigen Beschäftigung und der Arbeit mit Einheimischen in Form von Dialogprozessen und bewerteten diese als sehr innovative Integrationsmaßnahmen.

 

Die im transnational cooperation agreement vereinbarten Arbeitspakete und Ergebnisse wurden durchgeführt und liegen bis dato zum Großteil vor. Die ursprünglich geplanten Zeitstrukturen konnten jedoch nicht eingehalten werden und führten zu teilweise großen Verzögerungen und damit zu einem überproportionalen Arbeitsaufwand für FluEqual in den letzten beiden Projektmonaten. Dies bedingte auch, dass die Ergebnisse und Produkte der transnationalen Kooperation nicht mehr in dem Ausmaß an die regionalen KooperationspartnerInnen von FluEqual verbreitet und transferiert werden konnten, wie dies wünschenswert gewesen wäre.

 

Schwierigkeiten ergaben sich in der transnationalen Zusammenarbeit durch den verspäteten Start des italienischen Partners erst Ende 2005, den Wechsel der Ansprechperson für die transnationale Zusammenarbeit seitens Coopera und einer aus Sicht von FluEqual zur geringen Aktivität des transnationalen Sekretariates, was gravierende Zeitverluste und zur Folge hatte. Der dadurch entstandene Zeitdruck verhinderte, dass normale Schwierigkeiten, wie sie in jeder Kooperation auftreten, nicht ausreichend thematisiert werden konnten (wie zB die sprachliche Verständigung seitens des italienischen Partners). Ein wesentlicher Lerneffekt daraus ist, dass für den Aufbau transnationaler Kontakte, der Kommunikation und Kooperation mehr Zeit aufgewendet und eingeplant werden muss und ein weniger umfangreiches Arbeitsprogramm vermutlich eine höhere Qualität und Produktivität zur Folge gehabt hätte.

 

Die Zusammenarbeit in integrated ways stellte für die meisten MitarbeiterInnen von FluEqual die erste Erfahrung einer schriftlich vereinbarten Kooperation mit anderen EU-Ländern im Bereich der Flüchtlingsintegration dar und war daher ein Novum. Ein Ziel von FluEqual war es daher, möglichst viele PartnerInnen der EP direkt in die transnationale Zusammenarbeit einzubeziehen, um durch die gewonnenen Erfahrungen die Qualität der Maßnahmen der einzelnen PartnerInnen zu bereichern und zu steigern. Dies ist zum Großteil auch gelungen, wenn auch nicht in dem Ausmaß als wünschenswert. Die operativen PartnerInnen BiBer, Efdö, und Caritas haben an transnationalen Trainer- oder Staff-Exchangeprogrammen partizipiert, die Partnerin Frau und Arbeit als Leiterin der transnationalen Arbeitsgruppe zur Erstellung des transnational integration manual und die PartnerInnen Land Salzburg, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer durch Teilnahme einem transnationalen Treffen in Salzburg.




Druckversion/Nur Text


Copyright © 2006 FluEqual - Salzburg integriert Flüchtlinge
Projekt FluEqual, Plainstr. 83, 5020 Salzburg, Austria
Tel: +43 (0)662 84 93 73 - 230
info@fluequal.at | Impressum


Gefördert durch Mittel des: